Kunst, die Technik begeistert - 22.01. bis 28.02.2014

  “Kunst, die Technik begeistert!”  

Berlin | Brigitte Körber | Kunst trifft auf Technik | 22. Januar, 19:00 Uhr |Treffpunkt:

EICHBLATT GALLERY

  

 

”Antrieb IX” 160x120 cm  Brigitte Körber, 2013

 

Von Mittwoch, den 22. Januar bis Freitag, den 28. Februar 2014 präsentieren wir Ihnen Werke der Berliner Malerin

Brigitte Körber .

 

Der Titel impliziert ein Treffen von Kunst auf Technik, das die Berliner Künstlerin Brigitte Körber gekonnt inszeniert. Ihr Sujet ist die Welt technischer Kleinstelemente, die sie mit den Mitteln der Kunst konfrontiert. Dinge, wie spitze Schrauben, Muttern, Zahnräder und Flansche stehen auf großformatigen Leinwänden im Fokus ihrer monochromen Acrylmalerei.

Brigitte Körber splittet das logische Prinzip der Technik auf und bringt dessen ästhetische Seite zum Vorschein. Aufgrund der exakten Wiedergabe der Materialien, wie Motoröl und spiegelnder Stahl, liegen Schein und Sein nah beieinander und eröffnen dem Betrachter neue Perspektiven des Sehens.

Eröffnungsrede von Dr. Martin Steffens im Januar 2014

"Brigitte Körber widmet sich seit einigen Jahren konsequent einem malerischen Themenbereich, den sie selbst zuweilen mit "Kunst trifft Technik" umschreibt. Dabei ist dieser Titel doppeldeutig angelegt: Sind einerseits ihre Motive aus dem technischen Bereich – speziell der Metallverarbeitung – entlehnt, so geht es in ihrem Schaffen immer auch um das Anwenden unterschiedlicher malerischer Techniken und Gestaltungen. Sie malt vorwiegend mit Acryl auf Leinwand und setzt doch fallweise ebenso Lacke oder Tuschen ein, um differenzierte, zum Teil pastose Oberflächen zu gestalten.

Verbindende Elemente ihrer Arbeiten sind zum einen die eingesetzte, recht kühle Farbpalette – frühere Arbeiten changieren in ein Stahlblau oder kaltes Grün, während die aktuelle Malerei sich eher in Schwarz/Weiß und einem delikaten Grau artikuliert – und zum anderen die Darstellung von wie perfekt gefräst bzw. "gedreht" wirkenden Metallobjekten. Diese ganz konkret erkennbaren und in einer suggestiven Räumlichkeit dargestellten Körper können frei schwebend im weiten Raum angeordnet oder in verdichtete Strukturen wie ruhend eingebunden sein.

Eine deutliche Spannung verleit den Gemälden gerade das Nebeneinander von veristischer Darstellung und malerischer Abstraktion. Durch das Fehlen eines erläuternden Maßstabs oder auch eines Horizonts – auch  Elementen einer traditionellen Komposition –  obliegt es dem Betrachter, sich die Größe und Funktion jener Elemente selber zu enträtseln. Sie sind meist als massive Walzen oder komplexe – einem nicht leicht zu entschlüsselnden Zweck gewidmete ­– "Instrumente" oder Werkzeuge zu deuten.

Dass diese zumindest zum Teil einem konkreten Zweck dienlich sind wird uns suggeriert. Zu komplex und aufeinander ausgerichtet sind die Anordnungen, als dass sie willkürlich erscheinen. Alles zwischen Präzisionsschraube und Raumschiff scheint dabei vorstellbar – will man das Dargestellte denn überhaupt so dinglich fassen. In den neuesten Arbeiten wird eine immense Spannung und wohl auch eine Andeutung von Bewegung erreicht, indem glatte Metallwalzen mit einem anarchisch strukturierten Hintergrund interagieren und damit quasi zwei unterschiedliche Systeme aufeinandertreffen. Vor einem fein vermalten Hintergrund, der jegliche Tiefenerstreckung negiert oder vielleicht auch realistisch ermöglicht, werden unterschiedliche Methoden der Raumbildung durchgeprobt. Wolkige Übergänge und wie gesprüht wirkende Mikrostrukturen ermöglichen den Blick in eine Raumtiefe, andere Arbeiten sind durch ein dichtes Raster von Farbverläufen strukturiert, die jegliche Tiefendimension auf eine schmale Bildtiefe reduzieren.

Die Frage nach der Position der Objekte zum Betrachterstandpunkt scheint bedeutsam. Zum Teil sind die Metallobjekte in Untersicht dargestellt oder scheinen sich in der Bildebene beinahe schwerelos drehend zu neigen. Trotz aller visualisierten Materialität massiver Körper erscheint deren Position ebenso variabel wie den Bedingungen einer Schwerkraft enthoben. Alles löst sich auf in ein Zusammenspiel von Form, Farbe und dem betrachtenden Selbst."

 

 

 

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