After Party 06. September bis 11. Oktober 2013

  “After Party” Gilbert Brohl

 

BerlinI1 KünstlerI2 unterschiedliche TechnikenI Ölfarbe <> Graffiti I Tradition mischt sich mit ZeitgeistITreffpunkt:

EICHBLATT GALLERY

  

 ”After Party” 180x200cm  Gilbert Brohl

 

Ab Freitag, den 06.September 2013 präsentieren wir Ihnen Werke des jungen Berliner Künstlers

Gilbert Brohl (*1983).

Durch den Einsatz traditioneller Ölfarbe und aus der Street Art entlehnter Graffiti- Schablonentechnik inszeniert der Künstler auf großformatigen Leinwänden mystisch, atmosphärische Landschaften und verlassene Orte, in denen er menschenleere Szenarien ins Spannungsfeld rückt. Gilbert Brohls Arbeiten ziehen den Betrachter in eine andere Welt, die im Einklang steht mit der Ästhetik des Zerfalls.

Die Ausstellung ist zusehen bis 11. Oktober 2013.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Rede zur Ausstellungseröffnung am 06. September 2013
von Dr. Martin Steffens:

"Arbeiten von Gilbert Brohl

Der Titel des Gemäldes "After Party" von Gilbert Brohl liefert den passenden Namen zur monografischen Ausstellung in der EICHBLATT GALLERY. Nach der Party ist eine auf den ersten Blick grob verharmlosende Bezeichnung jener apokalyptischen Szenen, die uns hier entgegentreten: düster gemalte Landschaften mit dräuenden Wolken, kombiniert mit scharf konturierten Akzenten in Sprühlack. Einige Motive scheinen unheimlich vertraut. Etwa jene vom Wirbelsturm Katrina zerstörten Holzhäuser, die in verrückten Stellungen das scheinbar intakte Leben vor jener wüsten "Party" konterkarieren. Der Begriff Katerstimmung fasst die umfassende Destruktion kaum zusammen. Zu zerstört und nachhaltig beschädigt scheinen Brohls Sujets. Der verrostende Traktor auf dem Feld, das in den Grundfesten erschütterte Haus, die Kanone ohne Rohr scheinen kaum je wieder in Funktion genommen werden zu können. Und doch gibt es da einzelne Indizien für ein unschuldiges, zäh-optimistisches "Weiter-so". Wimpelgirlanden, Wasserbälle, Kinderspielzeug oder auch nur flatterndes Absperrband belegen das kaum erwartete Überdauern menschlichen Lebens. Lichtfinger von Suchscheinwerfern oder waberndes Licht von Lagerfeuern scheinen Indizien dafür zu sein, dass Rettung naht oder ein Weiterleben versucht wird und nicht alles gänzlich hoffnungslos geworden ist. Zwischen Unschuld und Trotz wird jene offensichtliche Endzeitstimmung mit naivem Optimismus ignoriert und doch als fragile und schale Hoffnung entlarvt.

Gilbert Brohl findet seine Anregungen nicht allein in den global verbreiteten Bildern des Internets. Daneben fühlt er sich verankert in der deutschen Kunstgeschichte, speziell in der Romantik. Manche Einflüsse, etwa Caspar David Friedrichs, lassen sich erkennen. Nebel – oder hier eher Rauchschwaden – in denen sich diffuses Licht verfängt, Landschaften mit Ruinen und in Kreuzen gipfelnde Kompositionen lassen inhaltliche wie formale Verwandtschaften aufscheinen.

War die Zeit Caspar David Friedrichs von der Erfahrung des Verlusts und der Ungewissheit durch kriegerische Handlungen europäischen Ausmaßes, politische Umwälzungen, soziale Veränderungen infolge der beginnenden Industrialisierung bestimmt und von einer melancholischen bis sentimentalen Grundstimmung geprägt, so kulminierte die Bildwelt der Romantik doch in einer transzendentalen, religiös aufgeladenen, ja verklärten Stimmung. Nicht so bei Gilbert Brohl. Nach dem Niedergang, der traumatischen Erfahrung scheint es in seinen Gemälden zwar eventuell neue Anfänge zu geben. Eine neue Party? Mit besserem Ausgang? Skepsis mischt sich hier mit latenter, irrationaler Hoffnung. Erlösung?"

Dr. Martin Steffens

  • 000400040004
  • 002100210021
  • 002200220022
  • 003200320032
  • 004300430043
  • 004900490049
  • 006500650065
  • 006700670067
  • 007400740074
  • 008600860086
  • 009400940094
  • 010301030103
  • 011201120112
  • 011401140114
  • 012201220122
  • 012501250125
 

 

Share